in aller Munde

Das Coronavirus zieht die Aufmerksamkeit der ganzen Erde auf sich. Weil wir direkt betroffen sind. Weil wir uns um uns selbst und um unsere Liebsten sorgen. Weil sich unser Alltag verändert. Weil wir Einschränkungen erfahren. Doch die "Corona-Krise" ist nur ein winziger Ausschnitt aus dem Großen und Ganzen.

Bernd Ulrich von der Zeit schreibt in der aktuellen Ausgabe "Für die Natur ist immer Corona" und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Die globale Verschleppung von Arten bedeutet Dauerstress für eine Unzahl von Ökosystemen und zieht einen langen Rattenschwanz nach sich. Wenn z.B. Kiefern und Eichen von eingeschleppten Schädlingen bedroht werden, werden ganze Wälder mit Insektiziden besprüht, mit den entsprechenden Folgen für alle anderen Insekten, Vögel, Reptilien, Säugetiere.....

Aber das ist nicht alles. Alle anderen Formen der Zerstörung werden ebenfalls durch die Globalisierung befeuert: Urwälder in Südamerika werden zerstört und weichen Sojaplantagen, weil deutsche Schweine und norwegische Lachse Soja brauchen, um letztlich in China aufgegessen zu werden. Der Pazifik wird leergefischt, um griechischen Tavernen einen Hauch von Authentizität zu verleihen. Das Nashorn wird ausgerottet, um alte asiatische Männer noch an ihre Potenz glauben zu lassen. Den Ökosystemen der Tiefsee droht das Aus, wenn die letzten Rohstoffe für immer neue Handys vom Meeresboden gefräst werden. Der dröhnende Lärm einer ganzen Armada von Lastschiffen, die z.B. VW´s von Deutschland nach Asien bringen und mit Toyotas wieder zurückkommen, unterbricht die Kommunikationswege der Wale. Der internationale Wettbewerb führt zu gnadenlosem Energieverbrauch und damit zur Erhitzung der ganzen Erde. 

Diese Liste könnte endlos fortgeschrieben werden. Endlos... Die einzelnen Komponenten dieser endlosen Liste verbinden sich zum perfekten Sturm. Diesem Sturm wird die Artenvielfalt nicht standhalten, schon jetzt sind große Verluste zu beklagen. Viele Hunde sind des Hasen Tod. Noch mehr Hunde sind aller Hasen Tod.

Wenn wir die Erde erhalten wollen, so müssen wir umdenken. Auch hier trifft Bernd Ulrich ins Schwarze: "Einiges spricht jedenfalls dafür, dass es einen Weg gibt zwischen neuem Nationalismus und einer panisch voranstürmenden Globalisierung". Wenn wir auf die Suche begeben, können wir diesen Weg finden!

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