Corona reicht nicht

Die Welt im Shutdown. Alle Länder im gleichen Dilemma. Herrlich! Keine Flugzeuge im Himmel. Autofreie Innenstädte. 

"Ach wär´s doch immer so", wird sich mancher Klimaschützer denken. Sind nicht alle Einschränkungen, die wir uns schon immer gewünscht haben, plötzlich handfeste Realität?

Es gibt erste Schätzungen für 2020. 5% weniger CO2 sagt Global Carbon Project. 6% weniger sagt die WHO (die sich nun offensichtlich auch für CO2 interessiert). Immer im Vergleich zum Vorjahr. Dürfen wir uns also freuen?

Wer den Liveticker dieser Homepage verfolgt, weiß:

Um das 2-Grad-Ziel mit einer zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit zu erreichen, hätten wir ab 2019 die CO2-Emissionen um jeweils 8% reduzieren müssen. Jedes Jahr. Immer im Vergleich zum Vorjahr. 

Wenn wir 2015 schon damit angefangen hätten, wären wir mit einer jährlichen Reduktion um 5,2% noch ausgekommen. Wir haben aber nicht damit angefangen. Wir haben die Emissionen statt dessen gesteigert. Wir haben gute Teile des verbleibenden CO2-Budgets verpulvert. Deswegen sind´s jetzt schon 8%. Jedes Jahr 8%  CO2-Reduktion, immer im Vergleich zum Vorjahr, um das 2-Grad-Ziel mit einer zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit zu erreichen.

Was heißt das? Eine Corona-Krise reicht nicht. Wir brüchten ca. 1,5 Coronakrisen pro Jahr, um das 2-Grad mit einer zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit zu erreichen.

Das verdeutlicht - besser als alles bisherige - den Paradigmenwechel, der uns bevorsteht. 

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