Die Wirtschaft spiegelt einen großen Teil des Lebensstils

Hintergründe westlicher Lebensstil

Unter dem "Lebensstil" (Lifestyle) versteht man meist die konkrete Ausgestaltung der persönlichen Lebenswelt. Doch die materiellen Aufwendungen, Prozesse und Dienstleistungen, die den individuellen Lebensstil ermöglichen, bleiben oft hinter dem Horizont der persönlichen Lebenswelt verborgen.

Um die ökologischen Folgen des Lebensstils einer einzelnen Person oder einer ganzen Gesellschaft abschätzen zu können, muss man alle wirtschaftlichen Vorgänge beachten, die diesen Lebensstil erst ermöglichen.


Energie

Das erstaunliche Wirtschaftswachstum des letzten Jahrhunderts beruht auf der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Da nicht jedes Land über eigene Ressourcen verfügt, entstehen erhebliche Abhängigkeiten. Außerdem führt die exzessive Emission von CO2 (ca. 36 Milliarden Tonnen im Jahr 2015) mittel- und langfristig zu einer relevanten globalen Erwärmung und zur Versauerung der Meere. Beides hat erhebliche Folgen für die bestehenden ökologischen Gleichgewichte, in die auch wir eingebunden sind. Moderne Gesellschaften machen sich daher auf die Suche nach Energiequellen, die im besten Falle eine klimaneutrale Selbstversorgung ermöglichen.


Wachstum

Die wirtschaftlichen Errungenschaften der Vergangenheit haben die Sehnsucht nach unendlichem Wirtschaftswachstum befeuert. Selbst einige ökologisch orientierte Denkrichtungen sprechen von "grünem Wachstum". Andere sehen in der Erwartung eines "unendlichen Wachstums" angesichts begrenzter Ressourcen wie Landfläche und mineralischer Rohstoffe ein unerfüllbares messianisches Heilsversprechen. Momentan ist gibt es einen sehr engen Zusammenhang zwischen Wachstum und der Verursachung ökologischer Schäden. Die zunehmende Verknappung endlicher Ressourcen (allen voran die Landfläche) lässt erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit unendlichen Wachstums aufkommen. 


Du und die anderen Mitspieler

Wir alle nehmen aktiv am Wirtschaftleben teil. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft füllen wir dabei unterschiedliche Rollen aus. Wir produzieren und konsumieren Waren oder Dienstleistungen. Die Direktvermarkung (direkter Kontakt zwischen Produzent und Dienstleister) tritt dabei immer mehr in den Hintergrund. Plattformen, die zwischen Produzent und Konsument vermitteln, werden gerade im Internet-Zeitalter immer mächtiger. Dies spiegelt sich in den Unternehmenswerten von Google, Apple, Amazon & Co wider. Plattformen erfüllen grundsätzlich eine sinnvolle gesellschaftliche Aufgabe. Sie vermitteln zwischen Produzent und Konsument und reduzieren Reibungsverluste im Handel. Aber zunehmend können die Plattformen durch die Aggregation beispielloser Datenmengen sowohl Produzenten als auch Konsumenten nach Belieben steuern. Der Wert von Plattformen wächst mit dem Handelsvolumen, welches über sie abgewickelt wird. Daher sind Plattformen an möglichst viel Konsum interessiert.